|
Liebe Besucherinnnen und Besucher, Sie befinden sich im Informationszentrum 'Buddhistisches Frauenkloster'.
In Deutschland gibt es erste Anfänge für buddhistische Frauenklöster, wo versucht wird den buddhistischen Ordensregeln zu entsprechen. Frauenstrukturen schaffen und Netzwerke gründen, bedeutet Kräfte zu bündeln, um einen Anfang zu setzen.
Warum Buddhistische Frauenklöster in Deutschland gründen?
Weil jeder Versuch ein Kloster zu etablieren die Möglichkeit bietet, eine gute Grundlage für Frauengemeinschaften, die sich selber organisieren, zu schaffen.
Es ist immer ratsam, vorhandene Gemeinschaften an ihren tatsächlichen Möglichkeiten zu messen (Möglichkeit zum Meditieren und Studieren, Rekreation, Vorhandensein von basisdemokratischer und freundlich gesinnter Mitsprachemöglichkeit, etc.).
Die Stellung der Frauen im Buddhismus
Seit jeher findet man im Buddhismus, wie in allen anderen Religionen und Gesellschaftsformen eine eigentümliche Ambivalenz im Geschlechterverhältnis. Frauen gestalten ihre Lebensumstände ebenso wie Männer und sind als Praktizierende im Buddhismus wie in anderen Religionen in der Überzahl. In den bestehenden buddhistischen Institutionen sind Frauen häufig mit denselben hierarchischen Mustern konfrontiert, die sie aus anderen Lebensbereichen kennen, auch wenn dies nicht unbedingt thematisiert wird.
Die Sonderregeln für Nonnen
Insbesondere für die Gleichstellung buddhistischer Nonnen muss noch einiges getan werden. Vollordinationen (ein 'Voll-Bhikkhu' beachtet mindestens 227 Regeln, eine 'Vollnonne' über 300; unter 10 Regeln handelt es sich um 'Übungsmönche und -nonnen') und die damit verbundene Anerkennung, die Ordinierten zuteil wird, sind in weiten Teilen der buddhistischen Welt, insbesondere im Theravada Buddhismus noch immer ausschließlich Mönchen vorbehalten. Im ungünstigeren Falle leben Nonnen nach patriarchalen Vorstellungen, was ihre Rolle auf die Versorgung von Mönchen mit der dazugehörigen Unterwerfung und einer schlechten Versorgung reduzieren kann.
Nonnen sind in den asiatischen Ursprungsländern des Buddhismus noch häufig durch ein für westliche BetrachterInnen altertümlich anmutendes, repressives Frauenbild in ihrer eigenständigen spirituellen Entwicklung gehindert. Das gilt besonders für die Theravadins.
Infos zu den buddhistischen Ordensregeln! http://de.wikipedia.org/wiki/Patimokkha
Die Frauen und die Erleuchtung
Die Ansicht zum Beispiel, eine Frau könne keine Buddhaschaft erreichen, soll aus Buddhas Zeit stammen, womit die Unterdrückung von Frauen und speziell Nonnen letztlich und unsinnigerweise begründet wird. Eine 'mildere' Form der Begründung findet Ausdruck in der Ansicht, dass Buddha die speziellen Sonderregeln für Nonnen zu Ihrem Wohle angeordnet habe (zuvor stimmte er der Gründung eines Nonnenordens erst auf wiederholte Anfrage seines Lieblingsschülers Ananda zu, da er einen vorzeitigen Niedergang seiner Lehre befürchtete) .
Eine der Sonderregeln lautet, dass eine Nonne, sogar wenn Sie schon vor hundert Jahren ihre Ordination erhalten hat, jedem Mönch unterstellt ist, sich von ihm massregeln lassen muss, auch wenn dieser erst vor einem Tag ordiniert wurde (es ist möglich, dass diese Sonderregeln nicht von Buddha selbst stammen und viel später in den Regelkanon eingearbeitet wurden, diese Ansicht ist jedoch nicht allgemein anerkannt und akzeptiert). Die 8 speziellen Sonderregeln für Nonnen reihen sich in Hunderte von Regeln ein, wobei es für Nonnen sowieso Dutzende von Regeln mehr gibt, als für Mönche. Eine weitere Kuriosität: Mönche können ihre Ordination etliche Male ablegen und wieder aufnehmen, Nonnen dürfen nach der Zurückgabe ihrer Gelübde (eine formale Rückgabe ist nicht vorgesehen) im Regelfall kein weiteres Mal ordinieren. Dies wirft die Frage auf, warum Frauen zu ihrer spirituellen Entwicklung mehr Regeln benötigen als Männer. Generell ließe sich hierzu sagen, dass Erleuchtung weder Geschlechts-, Nationalitäts- noch Religionsspezifisch stattfindet oder gar ausschließlich buddhistischen Ordinierten vorbehalten ist.
Vinaya einhalten und Gleichberechtigung möglich machen
Allerdings löst eine äußere Abschaffung von Regeln, die eigentlich hilfreich sein sollen, nicht automatisch und unbedingt ein traditionell kultiviertes Unterordnungsverhältnis, wenn sich das zugrunde liegende Bewusstsein nicht ändert. Verbreitet ist auch der Umstand, dass Nonnen weitaus weniger Unterstützung als Mönche erhalten (Gaben an Mönche werden in der Praxis des 'Verdienste sammmeln' höher bewertet, und auch der Wunsch von Verdienste sammelnden Laienpraktizierenden lieber als Mann denn als Frau wiedergeboren zu werden ist nicht selten anzutreffen).
Um diese unheilsamen Strukturen weder im Osten noch im Westen auszubauen oder gar Missbrauch aller Art zu unterstützen, ist die Notwendigkeit und die Bereitschaft zur Förderung buddhistischer Nonnen und eines frauenfreundlichen Buddhismus durch Buddhisten, Buddhistinnen, FreundInnen und ein Netzwerk dringend nötig. Wichtig ist auch der Gesichtspunkt, echte frauenbewegte Strukturen zu fördern, die sich durch frauenfördernde Inhalte auszeichnen und nicht in erster Linie nur durch einen kommerziellen Rahmen geleitet sind.
Gute Orte, wie z.B. ein buddhistisches Frauenkloster mit einer Gemeinschaft, die interreligiös aufgeschlossen sowie Konsensorientiert strukturiert ist und in dem es auch Besucherinnen möglich sein soll, auf absoluter Spendenbasis teilzuhaben, wäre ein Anfang. Auch in der Handhabung des Regelkanons und dem Zusammenleben der Nonnen und der Nachwuchsnonnen könnten zeitgemäße Änderungen und demokratische Grundprinzipien durchaus förderlich für eine Akzeptanz im Westen sein. Zusätzlich ist darauf hinzuweisen, dass Ordinierte eine außerordentliche Verpflichtung auf sich genommen haben, die von den meisten auch sorgfältig gelebt und verantwortlich im Alltag integriert wird. Hier ist jedoch eine kontraproduktiv-kritische Haltung nötig, um vorhandene Missstände nicht einfach zu ignorieren.
Wie findet man/frau ein geeignetes Kloster?
Es wäre schön, wenn es eine einfache Antwort geben würde, die auf alle Suchenden passt. Leider ist es nicht so einfach, allerdings auch nicht so schwer. Zum einen: Lassen Sie sich Zeit! Dann könnte es sinnvoll sein, Informationen über die verschiedenen Schulen zu sammeln (Wikipedia, usw.). Daraufhin sollten Sie es sich wert sein, einige Gruppen und Zentren und Klöster der verschiedenen Richtungen zu besuchen, um einen Eindruck zu bekommen, wo Sie sich wohl fühlen würden (gehen Sie hierbei von Ihren spirituellen Vorlieben und Denkweisen aus). Machen Sie sich klar, dass einige Orte für Sie nicht geeignet sind und sich als Enttäuschung erweisen können (eigene Wohnung und alte Freunde nicht einfach aufgeben). Informieren Sie sich im Vorfeld auch über 'Sekten-Strukturen', damit Sie im Ernstfall bei sich bleiben können und sich nichts einreden oder über sich ergehen lassen, was sich nicht richtig für Sie anfühlt (siehe hierzu auch 'Buddhistisches Laien-Netzwerk').
Unter dem Punkt 'more' gibt es weitere Kontaktadressen und Buchtipps, etc.
Startseite
dtpublished und inhaltlich verantwortet von Alexandra Rister
Alexandra Rister, Leverkusenstieg 22, 22761 Hamburg,
0176 222 59 7 59; alexandra_rister@hotmail.com; |
|
|